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Newsletter der Fair-Handels-Beratung Nord
Liebe Weltladen-Mitarbeiter:innen im Norden,

dieses Jahr wird der Weltfrauentag am 8. März (Sonntag) um den Streiktag am Montag erweitert. Damit findet am 9. März der globale Frauenstreik statt – ein Tag, an dem weltweit Frauen, Queers1 und solidarische Personen für Gleichstellung, gerechte Arbeitsbedingungen und ein Ende patriarchaler Strukturen auf die Straße gehen.

Auch für uns in der Weltladen-Bewegung ist der Tag relevant. Denn der Faire Handel gilt als wegweisend für die Gleichstellung der Geschlechter und das Empowerment von Frauen. Der 6. Grundsatz des Fairen Handels betont die Geschlechtergerechtigkeit. Denn Fairer Handel meint nicht nur: „Frauen arbeiten mit“ – sondern:
  • ausdrückliche Förderung der gleichberechtigten Teilhabe aller sozialen Gruppen,
  • Gleichstellung der Geschlechter und die wirtschaftliche Stärkung von Frauen stehen im Mittelpunkt,
  • Rechte werden respektiert und
  • Frauen sind sichtbar und werden gehört.
Deshalb schließen wir, Magdalena und Lisa, am 9. März unsere Büros und beteiligen uns am Streik, zu dem die Initiative ENOUGH! GENUG! aufruft.

Wenn ihr mehr über den globalen Frauenstreik und Geschlechtergerechtigkeit im Fairen Handel erfahren wollt, dann wünschen wir euch viel Freude mit diesem Sondernewsletter. 

Feministische Grüße von den Frauen der Fair-Handels-Beratung Nord
Magdalena und Lisa-Magdalena

1 Queer ist ein Sammelbegriff für sämtliche geschlechtliche Identitäten und sexuelle Orientierungen, die sich nicht in das binär geprägte System der Heterosexualität einordnen lassen.

Warum der 9. März wichtig ist

„Wo Frauen streiken, wird sichtbar, dass Politik nicht nur in Parlamenten stattfindet, sondern dort, wo Menschen ihre Zustimmung verweigern.“ – Hannah Arendt

Stellt euch vor, für einen Tag passiert Folgendes: Kitas bleiben geschlossen. Ärztinnen und Pflegekräfte fehlen in Krankenhäusern. Supermarktkassen bleiben unbesetzt. Lehrerinnen erscheinen nicht zum Unterricht. Was nach Chaos klingt, ist das Ziel von Frauenstreiks: Sie machen sichtbar, was sonst so selbstverständlich erscheint – die Arbeit von Frauen, bezahlt und unbezahlt.

Der Frauenstreik ist Teil einer globalen Bewegung, die wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit sichtbar macht, wie:

  • ungleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit
  • ungerechte Arbeitsbedingungen weltweit
  • unbezahlte Care-Arbeit
  • erschwerter bis kein Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Bildung, Land, Krediten oder einem eigenen Einkommen
  • sexualisierte und häusliche Gewalt und Diskriminierung
Neben Petitionen und Demonstrationen braucht es weitere Instrumente des Protests. Deshalb wird am 9. März bezahlte und unbezahlte Arbeit niedergelegt und zu vielfältigen Protestformen und Aktionen aufgerufen. Jede nach ihren Möglichkeiten.
  • GLOBAL, weil Frauenrechte weltweit angegriffen werden.
  • INTERSEKTIONAL, weil sich Diskriminierungen – etwa aufgrund von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe oder Behinderung – überschneiden und verstärken können.
  • STREIK, weil er für Frauen seit jeher das mächtigste, gewaltfreie Mittel gegen Kapitalismus und Patriarchat ist.
  • GENERALSTREIK, weil die Missstände alle Bereiche unseres Lebens betreffen.
Doch kann ein Streik wirklich etwas ändern? Die Geschichte hat gezeigt: Ja, das ist möglich! Seit Jahrzehnten zeigen Frauen weltweit durch Streiks, wie unverzichtbar sie sind. Die ersten Frauenstreiks haben ihre Ursprünge Mitte des 19. Jahrhunderts bei den Fabrik- und Textilarbeiterinnen. Sie forderten bessere Löhne und Arbeitsbedingungen sowie kürzere Arbeitstage. Frauenstreiks haben Gesetze geändert, Löhne erhöht und das Bewusstsein geschärft.

Mehr dazu findet ihr bei Campact „Frauenstreiks: Wenn die halbe Welt stillsteht“, bei der Bundeszentrale für politische Bildung „8. März: Internationaler Frauentag“ & „Frauen im Streik: Zur Feminisierung von Arbeitskämpfen“ und bei der Initiative ENOUGH! GENUG!

Geschlechtergerechtigkeit im Fairen Handel

Der globale Frauenstreik lädt uns ein, hinzusehen: Wo wirken Machtstrukturen? Wen übersehen wir? Und wie können wir unseren Einsatz für den Fairen Handel so gestalten, dass möglichst viele Perspektiven einbezogen werden? Die Publikation „Mehr Gleichberechtigung durch Fairen Handel?“ von Brot für die Welt zeigt, dass auch im Fairen Handel Gleichberechtigung nicht automatisch entsteht, sondern bewusst mitgedacht und strukturell unterstützt werden muss, etwa durch geschlechtergerechte Beteiligung und Zugangschancen in allen Bereichen. Wenn Frauen durch den Fairen Handel Zugang zu existenzsichernden Einkommen, Landrechten, Fortbildungen und Entscheidungsprozessen erhalten, stärkt das nicht nur ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, sondern kann auch ihre gesellschaftliche Stellung verbessern – zum Beispiel in Kooperativen oder Gemeinschaften im Globalen Süden.

„Es geht uns darum, unsere Rechte als Frauen einzufordern. Dass wir das Recht haben, uns zu organisieren, an der Produktion beteiligt zu sein, zum Familieneinkommen beizutragen, einen Zugang zum Markt zu bekommen und darüber zu entscheiden, was mit unserem Geld passiert.“

Dolores Benitez Espinoza, Kaffeebäuerin von APROLMA aus Honduras bei ihrem Besuch im Süd Nord-Kontor in Hamburg 2019

Ihre Worte stehen für viele mutige Frauen, die im Fairen Handel einen selbstbestimmten Weg gehen.

Mit dem 6. Grundsatz des Fairen Handels steht die Verpflichtung zur Gleichstellung der Geschlechter und die Ablehnung von Diskriminierung im Mittelpunkt. Fair-Handels-Unternehmen sind verpflichtet, eine Richtlinie anzuwenden, die Gleichberechtigung fördert und gleiches Geld für gleiche Arbeit zahlt. So erreichen Frauen in Fair-Handels-Unternehmen mit einer viermal so hohen Wahrscheinlichkeit eine Position in den obersten Führungsebenen, zum Beispiel als Geschäftsführerinnen oder Vorständinnen, wie in konventionellen Unternehmen.

Kurzübersicht: Frauen im Fairen Handel
Dabei stellt sich der emanzipatorische Anspruch des Fairen Handels sehr vielfältig dar, da die Lebenssituationen der Produzentinnen auch sehr unterschiedlich sind. Was ihnen allen gemein ist: mehr Wertschätzung, mehr Unabhängigkeit, mehr Selbstbestimmung. So erzählt Prof. Dr. Zoubida Charrouf, die Gründerin der Kooperative Targanine in Marokko, die Arganöl herstellen: „Diese Frauen sind anders als zuvor. Und wenn man sie fragt, was sie an den Kooperativen am meisten schätzen, dann ist die einhellige Antwort: Dass wir unsere Häuser verlassen haben!“

Mehr dazu könnt ihr hier beim Forum Fairer Handel „Geschäftsmodelle, die Frauen stärken“ & Geschlechtergerechtigkeit und Fairer Handel und beim Weltladen-Dachverband „Geschlechtergerechtigkeit“ nachlesen.

Als Weltladen aktiv werden

Ihr möchtet selbst zum Thema aktiv werden, die Werte des Fairen Handels nach außen tragen und Kund:innen darauf aufmerksam machen, was der Faire Handel anders macht? Dann schaut hier bei unseren kostenlosen Materialien des Jahresplaners für Weltläden vorbei: Gemeinsam schaffen wir mehr Gerechtigkeit – Schritt für Schritt. Wir wünschen einen kämpferischen 8. und 9. März!
Das Angebot der Fair-Handels-Beratung Nord

Fair-Handels-Beratung Nord

Wir beraten Weltläden in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.
  • UNSER ANLIEGEN: Gemeinsam mit euch entwickeln wir Weltläden weiter. Dabei stehen eure Bedürfnisse und die bundesweiten Entwicklungen der Weltladen-Bewegung im Vordergrund.
  • UNSERE HALTUNG: Wir unterstützen euch dabei, eure Entscheidungen selbstbewusst und kompetent so zu treffen, dass euer Weltladen zukunftsfähig bleibt.
  • DIE KOSTEN: Fast alle Weiterbildungen und Beratungsleistungen können wir für euch kostenlos anbieten – in Präsenz oder online. Fragt uns einfach an – wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!
Fair-Handels-Beraterin Lisa-Magdalena

Mecklenburg-Vorpommern

Lisa-Magdalena Hojczyk
0170 / 5461614
hojczyk@fairhandelsberatung.net
Fair-Handels-Berater Hans-Christoph

Hamburg & Schleswig-Holstein

Hans-Christoph BillStresemannstraße 37422761 Hamburg040 896079bill@fairhandelsberatung.net
Fair-Handels-Beraterin Magdalena

Online-Kommunikation

Magdalena GassnerStresemannstraße 37422761 Hamburg01520 / 8791759 gassner@fairhandelsberatung.net
Als Teil des Vereins Mobile Bildung arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kolleg:innen von der Fair Trade Stadt Hamburg und hamburg mal fair an der Umsetzung unseres geteilten Leitbilds. Gemeinsam zeigen wir Perspektiven für ein solidarisches Wirtschaften auf und verorten den Fairen Handel im aktuellen Zeitgeschehen. Für mehr Infos über den Fairen Handel schaut auch gern bei unseren Kolleg:innen vorbei.

Die Fair-Handels-Beratung Nord wird gefördert durch den Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED) der Nordkirche und von Brot für die Welt.

Wenn du diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, kannst du diese hier kostenlos abbestellen.
 
Mobile Bildung e.V. | Hans-Christoph Bill | Stresemannstr. 374 | 22761 Hamburg | Deutschland | 040/89 60 79 | nord@fairhandelsberatung.net | www.weltlaeden-nord.de |